Der Stadtumbau ist ein leider wichtiges Thema – in Lübbenau wie in nahezu allen Städten der östlichen Bundesländer. Trotz des schon in den letzten Jahren erfolgten Rückbaus bleibt auch in Lübbenau noch einiges zu tun, um die Stadt lebens- und liebenswert zu erhalten.
Bis 2030 prognostiziert das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg einen Rückgang der Bevölkerung. Noch immer hält der Sterbe- und Fortzugsüberschuss in der Neustadt von Lübbenau an. Damit einhergehend wird der Wohnungsleerstand der Stadt wieder ansteigen, wenn dem nicht mit einer Fortschreibung des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes der Stadt Lübbenau / Spreewald (INSEK) entgegengewirkt würde.
Am 17. Februar 2010 beschloss die Stadtverordnetenversammlung daher die 2. Fortschreibung des INSEK. Bis zum Jahr 2030 ist den Entscheidungsträgern in der Stadt somit ein Konzept in die Händen gegeben, das die Grundzüge der weiteren Stadtentwicklung festschreibt.
INSEK – was ist das?
Im Integrierten Stadtentwicklungskonzept der Stadt Lübbenau / Spreewald (INSEK) wurden nicht nur die Effekte der bisherigen Strategie des Stadtumbaus in Bezug auf den Wohnungsbestand und dessen Weiterentwicklung untersucht, sondern auch nachhaltige Stadtentwicklungsfelder, wie die Beseitigung städtebaulicher wie ökologischer Missstände (Brachflächen), die städtischen Verkehrsverhältnisse, kulturelle Infrastruktur oder die energetische Stadterneuerung in Hinblick auf Klimaschutz und Energieeinsparung festgelegt.
Schlüsselmaßnahmen
Aus dem INSEK heraus wurden folgende drei Themenschwerpunkte mit ihren Schlüsselmaßnahmen für die Entwicklung Lübbenaus zusammengefasst und mit den weiteren konkreten Schritten untersetzt:
Weiterentwicklung des Tourismus
in Lübbenau und dessen Rahmenbedingungen
1. Verbesserung der touristischen Verhältnisse in der Altstadt Lübbenau
2. Nachnutzung „Bischdorfer und Schönfelder See“
3. Erarbeitung eines Standortentwicklungskonzeptes
Fortführung des übergreifenden, integrativen Netzwerk- und Stadtmanagements der LÜBBENAUBRÜCKE
4. Gleis 3 Kulturzentrum Lübbenau (ehem. Bürgerzentrum Lübbenau / Kulturhof)
Stärkung und Zusammenführung der beiden Innenstädte Lübbenaus als ein gemeinsamer wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Lebensraum
5. Umsetzung der 2. Rückbaustrategie in der Neustadt Lübbenau
6. Umsetzung der Maßnahmen im Zusammenhang mit der niveaufreien Verkehrslösung
Natürlich wird nicht alles gleich morgen umgesetzt werden können. Es wird im Konkreten noch zahlreiche Diskussionen mit den Bürgerinnen und Bürgern und den Entscheidungsträgern geben. Klar ist aber – Lübbenau hat eine Perspektive und es lohnt sich, daran mitzuarbeiten.
Das gesamte Konzept finden Sie unter www.luebbenau-spreewald.de.
Vorläufig letzter Abriss bei der GWG
Ende des letzten Jahres ist er endgültig gefallen – der Wohnblock Beethovenstraße 11 – 13. Damit ist der vorläufig letzte GWG-Wohnblock im Rahmen des Stadtumbaus abgerissen worden. Am verbleibenden Haus Beethovenstraße 14 wird Mitte April mit der Neudämmung am jetzt frei stehenden Giebel begonnen. Zum Abschluss erhält die Fassade eine Gestaltung in Bronzetönen.
Mit dem Rückbau von insgesamt 60 Wohneinheiten seit dem Jahr 2000 hat die GWG ihren, aus wirtschaftlicher Sicht vertretbaren, Beitrag zur Stabilisierung des Wohnungsmarktes in Lübbenau geleistet. Ob sie hier künftig weiteren Rückbau leisten wird, ist abhängig von politisch gesetzten Rahmenbedingungen. „Würde die GWG heute mehr abreißen, müsste sie die Altschulden, welche auf den abgerissenen Gebäuden lasten, auf die verbleibenden verteilen. Die Folge wäre eine unverhältnismäßige Belastung des Unternehmens.“ so GWG-Vorstand Hans-Dieter Vollmer.
Seit einiger Zeit schon laufen die Diskussionen hierzu auf der Bundesebene und auch die Verbände der Wohnungsunternehmen fordern eine entsprechende Lösung der Altschuldenproblematik ein. Doch bisher ist diese noch nicht gefunden.
Natürlich wird sich die GWG aber weiterhin bei der, ebenfalls im Stadtumbau eingefassten, Aufwertung des Umfeldes engagieren.